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Pressemitteilungen 2011
10 Jahre Afghanistan-Krieg sind mehr als genug!
„Der Krieg in Afghanistan dauert nun schon 10 Jahre, damit länger als Erster und Zweiter Weltkrieg zusammen und länger als der Vietnamkrieg. Er hat bisher unzählige unschuldige Opfer gefordert und Jahr für Jahr zu einer Verschärfung und Verschlechterung der Situation im Land geführt. Darüber hinaus hat er mehrere Milliarden an Steuergeldern verschlungen. Das Sterben in Afghanistan muss endlich ein Ende haben - 10 Jahre sind mehr als genug, deshalb gilt es jetzt diesen sinnlosen Krieg so schnell wie möglich, endgültig und ohne Hintertürchen zu beenden“, erklärt Harald Koch, unter anderem Mitglied im Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages, anlässlich des 10. Jahrestages des Einmarsches in Afghanistan am 07.Oktober 2001.
Koch weiter: „Der Krieg in Afghanistan dient schon lange nicht mehr der Bekämpfung des Terrors oder der Befriedung des Landes. Die Bundesregierung hat den Krieg als ein Mittel ihrer Außen- und Sicherheitspolitik legitimiert und versucht so Absatzwege zu erschließen und zu erhalten. Darauf deutet auch der stetige Umbau der Bundeswehr zur schlagkräftigen Einsatz- und Interventionsarmee hin. Wirtschaftliche Interessen werden dabei über die menschenwürdige Existenz der Bevölkerung eines gesamten Landes gestellt.
Die Opfer des Krieges sind aber nicht nur unter den Afghaninnen und Afghanen sondern auch vermehrt in den Streitkräften, unter anderem bei den Soldatinnen und Soldaten der Deutschen Bundeswehr und unter den zivilen Aufbauhelferinnen und -helfern zu finden. Viele kehren nur tot oder schwer verletzt und traumatisiert nach Hause zurück. Die Zahlen der Betroffenen steigen stetig.
Und auch wenn die Bundesregierung für das Jahr 2014 den Abzug der bewaffneten Einheiten aus Afghanistan angekündigt hat, so darf dies keineswegs mit einem Ende des Krieges gleichgesetzt werden, denn schon jetzt deutet sich an, dass die von der Bundesregierung als Bedingung für den Abzug genannte stabile Sicherheitslage bis dahin nicht erreicht werden wird. Mann kann sich also jetzt schon darauf einstellen, dass die Bundeswehr und andere ISAF Truppensteller auch nach 2014 weiter in Afghanistan verbleiben und für noch mehr Blutvergießen sorgen werden - und das obwohl eine breite Mehrheit der Deutschen Bevölkerung einen sofortigen Abzug aus Afghanistan fordert.“